Pet Vet Clinic Dr. Stefan Kohlrausch

Schokoladenvergiftung Hund


Wie giftig ist Schokolade für den Hund?

Hunde sind im Gegensatz zum Menschen relativ empfindlich gegen einen Inhaltstoff der Schokoladenbohne, gegen Theobromin. Aber wie bei allen schädlichen Stoffen: die Menge bestimmt, ob Vergiftungserscheinungen auftreten und wie sie sich auswirken. Der Hund baut Theobromin nur sehr langsam innerhalb eines Tages im sogenannten Leberkreislauf ab. Wie auch Koffein erhöht es den Blutdruck, die Pulsfrequenz, die Körpertemperatur und führt letztendlich zu Erregung, Unruheerscheinungen, Zittern, Krampfanfällen und der Tod tritt durch Überhitzung, Herzarrhythmie und Atemstillstand ein.

Umgerechnet auf einen 5 kg schweren Hund kommt es erst nach Aufnahme von 50g Milchschokolade, aber bereits ab 20g Zartbitterschokolade zu ersten Symptomen: Erbrechen, Durchfall und vermehrter Durst (ab 20mg Theobromin /kg Körpergewicht).

Bei einem Golden Retriever mit 30kg Gewicht braucht es hierfür schon 1 Tafel Zartbitter oder 2,5 Tafeln Milchschokolade.

Die tödliche Dosis beginnt zum Glück erst ab der 5fachen Menge (100mg Theobromin/kg Gewicht). Vorsicht ist geboten bei Bitterschokoladen (Block-Schokolade zum Backen) denn diese enthalten sehr viel mehr Theobromin und bereits kleine Mengen können sehr gefährlich werden.

Therapie bei Schokoladenvergiftung: Sofort zum Tierarzt! Er wird Ihr Tier medikamentös erbrechen lassen, um die Giftstoffe aus dem Magen zu entleeren und falls notwendig, weitere Schritte unternehmen, um Schäden zu vermeiden. Es können größere Mengen Kohletabletten eingeben werden, um die Giftstoffe zu binden oder notfalls Infusionen, um die Blutkonzentration zu verdünnen.

Wenn wir ein Rippchen Schokolade essen, bekommt unsere Nandita ein kleines Hunde-Leckerli. Schokolade gehört nicht auf den Speisezettel des Hundes, denn der darin enthaltene Zucker schädigt natürlich die Zähne.

Dr. Stefan Kohlrausch